Probleme der Kopfhaut – Schuppen, Ekzem oder Pilz?

April 1, 2010 at 4:31 pm 7 Kommentare

Was tun, wenn die Kopfhaut Probleme macht?

Viele Menschen leiden unter Problemen mit der Kopfhaut, in deren Folge sogar die Haare ausfallen können.

Kopfschuppen entstehen durch eine Überproduktion von Hornzellen, ausgelöst durch einen Pilz oder Bakterien. Vermehrte Schuppenbildung der Kopfhaut kann Zeichen einer Hautkrankheit oder harmlos sein. Die Kopfhaut kann empfindlich werden. Juckreiz und Rötung sind die Folge. Die Zusammenhänge müssen sorgfältig durch den Hautarzt geklärt werden.

Bei der Behandlung sollten Shampoos angewendet werden, die Schuppen vermeiden und die Überproduktion von Hornzellen vermindern.

Die Schuppenflechte bleibt oft nicht auf die Kopfhaut beschränkt. Typisch sind scharf begrenzte, gerötete Stellen mit festen, silbrigen Schuppen. Häufig beginnt die Schuppenflechte bei 20- bis 40-Jährigen. Ursachen sind Erbfaktoren, mechanische Belastung, Infektionen, Medikamente, Alkohol oder psychische Belastungen. Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung.

Die Behandlung sollte vom erfahrenen Hautarzt durchgeführt werden. Zur Ablösung hartnäckiger Schuppen werden salicylsäurehaltige Präparate angewendet. Unterstützend kann ein Schuppenshampoo und Teerpräparat genutzt werden. Die Langzeitbehandlung am Kopf kann mit Kortison erfolgen. Eine Lichttherapie kann im Bereich der Haare mit einem Lichtkamm geschehen.

Das atopische Ekzem, als Neurodermitis bekannt, ist eine chronische Hauterkrankung. Vererbt wird die Veranlagung zur Entstehung. Die Formen sind vielfältig. An den typischen Stellen (Ellenbeuge, Kniekehle, Handgelenk und Nacken) finden sich nässende, schuppende und unscharf begrenzte Herde auf blasser oder geröteter Haut. Später fällt eine Vergröberung der Haut auf.

Die Behandlung salicylsäurehaltigem Öl kurzfristig und milden, hypoallergenen Shampoos oder kortisonhaltigen Lösungen erfolgen. Die Therapie sollte durch den erfahrenen Hautarzt vorgenommen werden.

Das seborrhoische Ekzem tritt sehr häufig und vornehmlich bei Männern mittleren Alters auf. Ursache kann u.a. eine verstärkte Talgproduktion durch männliche Geschlechtshormone (Androgene) sein. Das seborrhoische Ekzem tritt oft in Kombination mit dem erblichen Haarausfall auf und ist mit Juckreiz verbunden. Es gibt eine sichtbare Entzündung der Kopfhaut. ( Schuppen auf geröteter Kopfhaut).

Die Behandlung erfolgt mit gegen den Hefepilz Pityrosporum ovale geeigneten Shampoos. Zur Ablösung der Schuppen wendet man auch hier salicylsäurehaltige Produkte an. Unterstützend können Schuppenshampoos, Selendisulfid-haltige Präparate und Teerpräparate genutzt werden. In Ausnahmefällen kann auch eine Behandlung mit cortisonhaltigen Mitteln sinnvoll sein. Eine dauerhafte Heilung ist nicht möglich, da die Veranlagung zur Talgproduktion vorhanden ist und der Pilz Pityrosporum ovale als normaler Keim überall auf der Haut anzutreffen ist.

Bei Pilzinfektionen sind die Erreger genau zu identifizieren. Dies kann nur der Hautarzt vornehmen.

Die Behandlung erfolgt mittels Antipilzsalben (Antimykotika) und schweren Formen mit Tabletten. Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Art und Ausprägung.

Alle Produkte, die an der Kopfhaut angewendet werden, können eine Kontaktallergie auslösen. Typisch hierfür sind Nässen und Schuppung auf geröteter Haut. Duftstoffe im Shampoo gehören zu den häufigsten Kontaktallergenen. Hinzu kommen Dauerwellmittel, Blondiermittel und Inhaltsstoffe von Haarpflegekuren als Allergieauslöser.

Um den auslösenden Stoff herauszufinden, führt der Hautarzt einen Allergietest (Epicutantest) durch. Es ist wichtig, die angewendeten Original-Präparate zum Hautarzt mitzubringen und testen zu lassen.

Erste Hilfe bringt die Vermeidung des Allergieauslösers. Äußerlich werden Kortisonpräparate eingesetzt.

Kribbeln, Brennen und Schmerzen in der Kopfhaut werden als Trichodynie bezeichnet. Charakteristisch für die Trichodynie ist, dass keine Veränderungen der Kopfhaut zu finden sind. Als Ursache werden Botenstoffe des Körpers betrachtet. Als mögliche Ursache werden Entzündungen der Kopfhaut bei verschiedenen Haarerkrankungen aber auch psychische Ursachen gesehen.

Die Behandlung richtet sich nach Haarerkrankung und den psychischen Komponenten. Eine spezielle Therapie gibt es noch nicht.

Advertisements

Entry filed under: Lösungen, Verschiedenes. Tags: , .

Hilfe, ich habe Haarausfall!

7 Kommentare Add your own

  • 1. Neurodermitis  |  Januar 22, 2011 um 5:14 pm

    Liebe Jenny,

    vielen Dank für Ihre tolle Seite (soeben habe ich auch den Teil „Über mich“ gelesen) und die wichtige Arbeit, die sie machen.

    Auf die Seite gestoßen bin ich bei meiner (sehr regelmäßigen) Recherche zum Thema Neurodermitis. Immer mehr wird mir dabei auch klar, wie sehr diese Krankheit mit anderen verwandt ist und sich zum Teil auch sehr stark bedingt, wie das bei Neurodermitis, Asthma und Allergien der Fall ist.

    Gibt es zwischen der Schuppenflechte und der Neurodermitis nachweisliche Zusammenhänge über die teilweise Ähnlichkeit der Symptome hinaus? Und kennen Sie weitere Parallelen zwischen Haarausfall und Neurodermitis?

    Danke, ein schönes Wochenende und LG

    Tim

    Antwort
    • 2. haircoaching  |  Februar 18, 2011 um 5:38 pm

      Hi Tim,
      mit meinem neuen Artikel bin ich hoffentlich entschuldigt für die späte Antwort.
      Leider sind mir keine wissenschaftlich belegten Zusammenhänge zwischen Haarausfall und Neurodermitis bekannt. Allerdings können Erkrankungen der Kopfhaut grundsätzlich HA mit sich bringen.
      Auch Ihnen ein schönes Wochenende!
      Jenny

      Antwort
  • 3. Olli  |  März 7, 2013 um 2:06 pm

    Hallo und danke für die vielen Infos zum Thema Haarausfall.
    Viele Grüße

    Antwort
  • […] pro Woche hochgeladen. Mit 260 Besuchern war der 16. September der geschäftigste Tag des Jahres. Probleme der Kopfhaut – Schuppen, Ekzem oder Pilz? war der beliebteste Beitrag an diesem […]

    Antwort
  • 5. Marie  |  August 12, 2016 um 9:58 pm

    Hi kannst du einen Lichtkamm empfehlen? Bisher habe ich noch nichts gutes gefunden.

    Antwort
    • 6. Jenny Latz  |  August 14, 2016 um 1:56 pm

      Hallo Marie,
      bisher liegen mir keine zuverlässigen Studien hierzu vor. Da die von dir verlinkte Seite keinen Hinweis auf Zuverlässigkeit im Impressum enthält, bitte ich um Verständnis, dass ich den Link entfernen musste. Ob UV-Licht in einem speziellen Fall hilft oder nicht, muss im Einzelfall der Hautarzt entscheiden. Es gibt keine pauschalen Antworten.

      Antwort
  • 7. Candy  |  November 3, 2016 um 4:10 pm

    Danke für deinen Artikel. Nach dem Lesen frage ich mich inwiewweit Stress auch tatsächlich noch ein Auslöser für Haarausfall sein könnte.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Jenny Latz

Jenny Latz

Haircoach, Autorin und Schönheitsexpertin

Twitter

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.


%d Bloggern gefällt das: