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Wie sollte die Haarsprechstunde beim Dermatologen ablaufen?

Mittagsseminar-Pantovigar In einem Mittagsseminar informierte Dr. Uwe Schwichtenberg seine Kolleginnen und Kollegen über den Aufbau einer Haarsprechstunde.
Schwichtenberg-DermatologeFür eine erste Diagnose empfahl er, die Haare genau anzuschauen, um feststellen zu können, ob eine Lichtung vorliegt und die unterschiedlichen Längen und Dicken der Haare zu untersuchen.
Insbesondere am Oberkopf und im Seitenbereich kann ein Zupftest auf einen positiven Befund für eine erhöhte Telogenrate hindeuten. Bei der androgenetischen Alopezie fällt dieser Test meist negativ aus.
Dermatologen-vor-SeminarEine Trichoskopie, d.h. eine Kopfhautuntersuchung mit starker Vergrößerung lässt miniaturisierte Haare, Schuppen etc. feststellen.
Die digitale Haarmessung mittels eines Trichoscan, Folliscope o.ä. Geräten misst die Haardichte und bietet unter einer Therapie eine Verlaufskontrolle, ob sich etwas verändert hat und das Mittel wirkt.

Weitere Berichte über Neues bei Haarausfall folgen hier in Kürze….

Mehr Fotos von dieser Veranstaltung findet ihr auf Facebook auf der Seite von HAIRCOACHING®

August 2, 2016 at 2:24 pm Hinterlasse einen Kommentar

Haarausfall diffus – lange Leidensgeschichte

Gerade bei diffuse Alopezie laufen die Betroffenen – meist sind es Frauen – oft von einem Arzt zum nächsten. Jeder sagt etwas anderes – jeder behandelt mit den Mittel, die er aus seiner Praxis kennt. Aber auch diffuse Formen von Haarausfall sollten zunächst immer von einem auf Haare spezialisierten Dermatologen begutachtet werden, denn die Ursachen bzw. Auslöser können vielfältig sein. Vor kurzem erhielt ich diese Leidensgeschichte über das Kontaktformular Beratung per Telefon, die ich nach Rücksprache mit der Klientin in anonymer und leicht gekürzter Form hier veröffentlichen will. Sicher finden sich andere Betroffen hier wieder.

diffuser Haarausfall

Quelle: istockphoto.com

Anna, 28 Jahre Sehr geehrte Frau Latz, seit meinem 14. Lebensjahr leide ich unter extremen Haarausfall, der gefühlt jedes Jahr stärker wurde. Ich war aus diesem Grund in den ganzen Jahren bei sechs verschiedenen Dermatologen. Zuerst wurde mir Eisen wegen leichtem Eisenmangel verschrieben. Die weiteren Ärzte verschrieben mir Biotin, Zink, Priorin, Pantovigar und Calcium. Des Weiteren sollte ich Pantostin, Ell Cranell, Crinohermal fem und Minoxidil anwenden. All dies führte nicht zum Erfolg. Ein Trichogramm besagte, dass sich bei mir circa 60 – 70 % der Haare in der telogenen Phase befinden. Eine Erklärung hatte niemand, zumal in meiner Familie keine ähnlich gelagerten Fälle vorgekommen sind. Letztlich habe ich eine Mesotherapie u.a. mit diversen Vitalstoffen und Minoxidil durchführen lassen. Hierbei wurden mir diese Stoffe in die Kopfhaut injiziert. Des Weiteren bekam ich Bepanthenspritzen. Eine leichte Verbesserung entwickelte sich erst nach einem Jahr. Der starke Haarausfall ist jedoch immer noch da, inklusive lichterer Stellen am Scheitel. Meine Haare – wenn sie nicht vorher ausfallen – werden maximal schulterlang. Ich habe über dieses Problem natürlich auch mit meiner Gynäkologin gesprochen. Diese verschrieb mir zuerst die Pille „Valette“, welche ich vom 18. – 24. Lebensjahr durchgängig (ohne Pillenpause) nahm. Vom 25. – 26. Lebensjahr nahm ich die „Diane 35“ und aktuell nehme ich die „Bellissima“. Auf Grund von Migräneanfällen in der Pillenpause, nehme ich auch diese durchgängig. Eine Verbesserung des Haarwuchses trat auch hier nicht ein. Da alle oben geschilderten Versuche scheiterten, führe ich meinen Haarausfall auf die Schilddrüse zurück. Zusätzlich zum Haarausfall, leide ich an vielen weiteren Symptomen, wie Kälteempfindlichkeit, innere Unruhe, Erschöpfung/Antriebslosigkeit, Verstopfung, Beinkrämpfen, Blässe sowie vermehrten Kopfschmerzen. Gegen die Krämpfe nehme ich täglich 300 mg Magnesium ein.

Quelle: www.istockphoto.com

Quelle: istockphoto.com

Anfang diesen Jahres war ich erneut im Rahmen einer Kontrolluntersuchung bei meinem Hausarzt. Dieser äußerte, dass die Schilddrüse seit Jahren unverändert und in Ordnung sei und wenn das Blutergebnis ebenfalls unauffällig sei, könne ich das L-Thyroxin ganz absetzen. Nach einer Woche kam ich zur Besprechung der Blutergebnisse. Mein Arzt meinte, da die Blutwerte in Ordnung seien, solle ich das L-Thyroxin wie bisher einnehmen. Er widersprach sich demnach zu seiner Äußerung eine Woche zuvor. Als ich ihn darauf ansprach, dass er doch zuvor meinte, dass ich die Hormone nun auch mal weglassen könne, meinte er daraufhin, dass ich das dann eben tun solle. Da ich durch diese Aussagen völlig irritiert war, verringerte ich die Dosis eigenhändig auf 50 mg und machte mir einen Termin bei einem neuen Arzt aus. Diesem schilderte ich meine Beschwerden und es wurden ein Szintigramm, sowie ein Ultraschall gemacht. Nach Szintigramm und Ultraschall bestätigte auch er, dass die Schilddrüse in Ordnung sei: keine Knoten, keine Vergrößerung, keine Verkleinerung. Das Blutbild ergab letztlich einen TSH Wert von 3,6 mU/l, einen fT3-Wert von 2,5 pg/ml, einen fT4-Wert von 1,2 ng/dl sowie einen TSH nach TRH – Wert von 47,7 mU/l. Er riet mir, weiterhin 50 mg sowie 75 mg L-Thyroxin im täglichen Wechsel zu nehmen. Also keine große Veränderung in der Therapie. Nach meinem Wissensstand und meinen Rechercheergebnissen, befinde ich mich mit diesen Werten je nach wissenschaftlicher Sichtweise jedoch noch absolut im Normbereich. Man könne hier lediglich von einer subklinischen Schilddrüsenunterfunktion reden. Eine solche müsse nicht zwangsläufig mit L-Thyroxin behandelt werden, da hierbei im Endeffekt nur Laborwerte behandelt würden. Da einige in meinem Bekanntenkreis ähnliche Werte haben und stattdessen mit Jodetten 1530 Mikrogramm 1 x wöchentlich behandelt werden, entschloss ich mich dazu, dass L-Thyroxin ganz abzusetzen und stattdessen ebenfalls die Jodetten einzunehmen. Dies ist jetzt ca. 8 Monate her. Seitdem haben sich nahezu alle o. g. Symptome abgeschwächt oder sind gar komplett verschwunden, wie z. B. die innere Unruhe, die Wadenkrämpfe, die häufigen Kopfschmerzen, die Müdigkeit. Der Haarausfall hat sich unter Weglassen des L-Thyroxins und begleitender Mesotherapie bis Anfang Mai verbessert. Mir fielen täglich zwischen 30 und 50 Haare aus. Die Haare wirkten auch wieder etwas dicker. Kurze Haare wurden mehr und länger. Wie aus dem Nichts begann der Haarausfall mit dem dritten Tag meines neuen Pillenzyklus. Seitdem fallen mir fast jeden Tag wieder weit mehr als 100 Haare aus (ca. 130-160). An Tagen, an denen ich mich nicht traue, meine Haare zu waschen sind es weniger. Fast immer wenn ich mir in die Haare fasse, habe ich ausgefallene in der Hand. Mein TSH-Wert ist von 5,55 mU/l im Februar auf 9,07 mU/l am 12.05. gestiegen. Die ft3 und ft4 Werte sind im mittleren bzw. unteren Normbereich. Ich frage mich nun, ob der momentane Haarausfall von dem angestiegenen TSH-Wert bzw. dem schwachen ft4-Wert kommt oder es vielleicht doch die Anti-Baby-Pille ist. Ob ich überhaupt jemals hätte L-Thyroxin einnehmen müssen? Ob die temporäre Entzündung der Schilddrüse sogar durch die provisorische Einnahme von L-Thyroxin verursacht wurde? Ich habe die Befürchtung, dass der seit nunmehr 14 Jahren andauernde starke Haarausfall mit der Einnahme von L-Thyroxin zusammen hängt, sei es durch eine falsche Einstellung, eine Wechselwirkung mit der Pille oder sogar einer Allergie gegen Inhaltsstoffe der L-Thyroxin-Tablette. Vielleicht habe ich auch durch die jahrelange Einnahme der Pille eine Östrogendominanz entwickelt? Mir wurde von verschiedenen Seiten gesagt, dass die Hormone der Anti-Baby-Pille die Wirksamkeit des L-Thyroxin bzw. von substituierten Schilddrüsenhormonen ganz oder teilweise beeinträchtigt. Ist dies möglich? Mein neuer Hausarzt möchte mir Thyronajod verschreiben wegen der latenten Schilddrüsenunterfunktion. Ich habe natürlich Angst, dass der Haarausfall wieder ansteigt. Dasselbe gilt für ein Absetzen der Pille. Sie sehen, dass mich das Internet noch mehr verunsichert hat. In der Hoffnung, dass Sie mir bei meinen Fragen weiterhelfen können, verbleibe ich

Wem ist es ähnlich ergangen? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!

Juni 10, 2015 at 1:31 pm Hinterlasse einen Kommentar

Haarausfall und Schilddrüse

2014-07-01 13_10_51-Beratung bei Haarausfall _ Jenny Latz HAIRCOACHING®

Inwieweit Fehlfunktionen und Erkrankungen der Schilddrüse für starken diffusen Haarausfall veranwortlich sein können, ist unter Experten umstritten. Aus meiner Beratungspraxis kenne ich jedoch viele Fälle, insbesondere von Frauen, bei denen Schilddrüsen-Fehlfunktionen offenbar massiven Haarausfall mit sich bringen. Hier ein solcher Fall:

Hallo Frau Latz,
ich bin jetzt 28 Jahre und mit dem Haarausfall kämpfe ich schon seit fast zehn Jahren, mal mehr und mal weniger. Mittlerweile ist es aber wirklich mehr als deutlich zu sehen und macht mit doch sehr große Probleme.
In den ersten Jahren war ich bei verschiedenen Hautärzten, Haarsprechstunden in Unikliniken usw. und habe an Medikamenten auch ziemlich viel ausprobiert, aber nichts hat mir geholfen. Mein Hautarzt meinte, dass ich mich wohl damit abfinden muss. Das ist ziemlich schwer in meinem Alter.
Ich stehe jeden Morgen im Bad vorm Spiegel, und die Tränen laufen mir nur so herunter. Das will ich nicht mehr. Ich will endlich wieder glücklich sein wie früher.
Nun hat mein neuer Hausarzt herausgefunden, dass ich eine Hashimoto Thyreoditis habe.  Ich wusste immer nur von einer Schilddrüsenunterfunktion aber nichts von einer Autoimmunerkrankung. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass der Haarausfall auch daher kommt.
Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar für eine Rückmeldung. Liebe Grüße

Das Ausprobieren von Mitteln gegen Haarausfall hätte sich diese junge Frau wohl sparen können.
Bei diffusen Formen von Haarausfall sollte eigentlich immer auch die Schilddrüse zu den üblichen Verdächtigen gehören, denn sie produziert u.a. zwei Hormone, T3 und T4, die wichtige Funktionen im Stoffwechsel erfüllen. Eine Unterfunktion kann neben den üblichen bekannten Anzeichen zu brüchigen und stumpf aussehenden Haaren führen. Hier können auch Augenbrauen und Körperbehaarung betroffen sein.
Bei der Überfunktion kann ein beschleunigtes Haarwachstum dazu führen, dass die Haare dünner werden. Sie treten früher in die Ruhephase eintreten und bleiben somit kürzer.
Allerdings können sowohl schwere Schilddrüsenfunktionsstörungen ohne Haarveränderungen als auch geringe Hormonspiegelabweichungen mit schwerem Haarausfall auftreten. Einen interessanten Artikel hierzu mit vielen weiteren detaillierten Informationen finden Sie auf www.haarerkrankungen.de

Juli 1, 2014 at 11:14 am Hinterlasse einen Kommentar

Unklare Diagnose bei diffusem Haarausfall

Viele von Haarausfall Betroffene laufen von Arzt zu Arzt und erhalten dennoch keine Aufklärung darüber, wodurch ihr Haarausfall verursacht sein könnte. Wie versprochen, möchte ich Euch hier einen solchen Fall schildern. Ich erhielt folgende Anfrage per Email:

Behandlung für HaareIch bin 28 und habe vor ca. 6 Monaten die Pille nach 8 Jahren abgesetzt (ohne mir der möglichen Auswirkungen bewusst zu sein) und habe sie Ende August, also ca. 3 Monate nach dem Absetzen, wieder angefangen, da ich das Gefühl hatte, unreine Haut zu bekommen.
Anfang Septempber habe ich eine Blutuntersuchung machen lassen wegen dauernder Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und habe seit Ende September L-Thyroxin Henning 50 nehmen müssen (Diagnose: Hashimoto). Zeitgleich mit dem Beginn des L-Thyroxin ist mir ein verstärkter Haarausfall aufgefallen, der bis heute anhält, also nun gut seit 3 Monaten mit dem Ausmaß: 60-100 Haare nur beim Kämmen morgens (1x am Tag), ca.400-500 Haare beim Waschen und Föhnen, was ich nun nur noch 1x die Woche mache.
Nach 6 Wochen Einnahme sollte ich L-Thyroxin wieder absetzen und es wurde bereits eine Blutuntersuchung ohne L-Thyroxin gemacht: Ergebnis = SD Werte alle normal, Antikörper normal. Auch Hormonwerte/Testosteron wurden geprüft: Alles normal.
Würden Sie mir empfehlen, jetzt bereits zu einem Dermatologen mit Haarsprechstunde (z.B. aus Ihrer Liste) zu gehen? Könnte mir der Besuch beim Dermatologen Aufschluss über die Ursache des Haarausfalls geben oder würde mir nur bestätigt werden, dass ich Haarausfall habe? Ich bin verunsichert, ob ein Trichogramm oder Trichoscan in meinem Fall sinnvoll wäre.
Bitte entschuldigen Sie meinen langen Text, aber ich bin – wie wahrscheinlich die meisten Frauen mit Haarausfall – sehr verzweifelt. Jeder Tipp oder Anregung von Ihnen würde mir sehr weiterhelfen!

Erkennst Du Dich hier wieder?

März 21, 2014 at 4:59 pm 5 Kommentare


Jenny Latz

Jenny Latz

Haircoach, Autorin und Schönheitsexpertin

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